H i s t o r i e

Erle ist ein Ortsteil der Gemeinde Raesfeld im Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen. Überregional bekannt ist Erle, das im Naturpark Hohe Mark liegt, auch wegen der über 1000 Jahre alten Femeiche.

Anlässlich einer Schenkung Kaiser Heinrichs des II. wird Erle erstmals 1017 als "Horlon" erwähnt. Die Ritter zu Erle, die 1201 erstmals urkundlich erwähnt wurden und den Namen "von Ichorne", also Eichhorn=Eichhörnchen trugen, werden als die Gründer der im 12. Jahrhundert von Raesfeld abgetrennten Pfarrei St. Silvester (nach dem hl. Papst Silvester) angesehen. Daher auch die drei Eichhörnchen im Dorf-Wappen. 

1317 erhielt der Ritter Menco Dictus Heydene die Freigrafschaft Heiden, zu der die Kirchspiele Heiden, Ramsdorf, Reken, Lembeck, Wulfen, Lippramsdorf, Hervest, Schermbeck, Erle, Raesfeld und die Bauernschaft Marbeck gehörten. 1374 gehörte der südliche Teil dieser Freigrafschaft der Familie von Raesfeld zu Ostendorf, wo sie bis zum Ende des alten Reiches auch verblieb.

Um 1400 ist Werner de Bekehusen im Besitz der der bischöflichen Lehngüter in Rode (Rhade) im Kirchspiel Erler (Erle). Zwischen 1533 und 1622 hatten calvinistische Pfarrer im Dorf das Sagen. 1803 kam Erle mit der Herrlichkeit Lembeck zum Fürstentum Salm und war von 1810 bis 1813 französisches Protektorat.

1812 wurde das Kirchspiel Erle eine politische Gemeinde. Im Mai 1812 erfolgte nämlich die Aufteilung des Gebietes in zwei Marien, Lembeck und Altschermbeck, unter gleichzeitiger Erhebung der Kirchspiele zu politischen Gemeinden. Zur Bürgermeisterei Lembeck gehörten nun die Gemeinden Lembeck, Hervest und Wulfen; zur Bürgermeisterei Altschermbeck: Altschermbeck, Holsterhausen, Erle und Rhade.

1813 wurden beide Bürgermeistereien der Regierung zu Münster unterstellt und damit ebenfalls preußisch, 1816 wurden sie dann dem Kreis Recklinghausen zugeordnet. 1825 wurden beide Verwaltungen in Personalunion dem Bürgermeister in Wulfen unterstellt. 1844 wurden die Bürgermeistereien in Ämter umgewandelt.

Im Zuge der kommunalen Neuordnung sind die beiden Ämter 1929 vereinigt und in "Amt Hervest-Dorsten" umbenannt worden. Verwaltungssitz blieb vorerst noch Wulfen. Nachdem aber am 1. April 1937 die Stadt Dorsten in den Amtsverband einbezogen wurde, erfolgte der Umzug nach Dorsten. 1975 kam Erle im Zuge der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen als Ortsteil von Raesfeld in den Kreis Borken.

Im Kalten Krieg spielte Erle ebenfalls eine Rolle, da der Ort von 1965 bis 1983 Standort im so genannten Air Defence Belt der NATO war. Dieser "Gürtel" von FlaRak-Stellungen verlief und verläuft auch teilweise heute noch von Norden nach Süden Westdeutschlands und diente u. a. dazu, Fluggeräte des Warschauer Paktes vom Himmel zu holen. Das in Erle stationierte Waffensystem waren Raketen vom Typ NIKE-Hercules.

Viele Straßennamen in Erle erinnern an die Geschichte des Dorfes: Ekhornsloh, Freienstuhl, Ridderspaß, Upen Plass.

Wer mehr über die Geschichte und dem touristischen Hintergrund von Erle erfahren möchte, dem sind die Internetseiten vom Heimatverein Erle und Michael Kleerbaum sehr zu empfehlen.

Quelle

 

 

 

 

 

 

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